Jury 2026

Per Boye Hansen
Per Boye Hansen
Theater- und Opern-Manager
Über Per Boye Hansen
Per Boye Hansen ist ein erfahrener Opern-, Musik- und Theatermanager. Seit 2019 ist er künstlerischer Leiter der Oper des Nationaltheaters und der Staatsoper in Prag.
Der 1957 in Oslo geborene Hansen war von 2012 bis 2017 künstlerischer Leiter von Den Norske Opera (Norwegische Nationaloper). Unter seiner Leitung erlangte das Haus bedeutendes internationales Ansehen. Von 2005 bis 2012 hielt er die Position des Generalintendanten und künstlerischen Leiters des Bergen International Festival inne – dem größten Festival seiner Art in Nordeuropa, das jährlich zahlreiche Weltpremieren in den Bereichen Tanz, Theater, klassische Musik und Oper präsentiert.
Während seiner Amtszeit beim Bergen International Festival arbeitete Hansen mit vielen bedeutenden Künstlern zusammen. Er realisierte Neuproduktionen und Werke von Jon Fosse, Calixto Bieito, Stefan Herheim, Vegard Vinge/Ida Müller, Magnus Lindberg, Bent Sörensen und Maurizio Kagel sowie mit renommierten Solisten und Dirigenten wie Leif Ove Andsnes, Julian Rachlin, Janine Jansen, Mischa Maisky, Evgeny Kissin, Anne Sofie von Otter, Bryn Terfel, Myung-Whun Chung, Marc Minkowski, Sakari Oramo und Andris Nelsons.
Im Jahr 2000 begann er seine Tätigkeit als Casting-Direktor an der Komischen Oper Berlin, wo er 2003 zum Stellvertreter des Intendanten Andreas Homoki ernannt wurde. Er war für den operativen Betrieb des Hauses verantwortlich, baute ein großes Solistenensemble auf, engagierte Gastsolisten sowie Dirigenten und arbeitete mit zahlreichen geschätzten Regisseuren zusammen, darunter Barrie Kosky, Peter Konwitschny, Hans Neuenfels, Calixto Bieito, David Alden, Richard Jones und Sebastian Baumgarten.
1990 gründete Hansen das Unternehmen Oslo Arts Management und organisierte in der norwegischen Hauptstadt eine Reihe von Konzerten mit Künstlern wie Jessye Norman, Kiri Te Kanawa, José Carreras, Kathleen Battle, Anne Sophie von Otter, Dmitri Hvorostovsky, James Galway und Bryn Terfel. 1994 wurde er mit der Organisation eines Konzertzyklus für das Norwegische Olympische Komitee betraut, der Teil des Kulturprogramms der Olympischen Winterspiele in Lillehammer war.
Von 1984 bis 1989 war Hansen als Regieassistent an der Oper Köln tätig, wo er mit Jean-Pierre Ponnelle, Hans Neugebauer und Willy Decker sowie mit Michael Hampe, dem Intendanten des Hauses, zusammenarbeitete. In den 1980er Jahren assistierte er Hampe und Ponnelle zudem bei den Salzburger Festspielen.
1982 gründete er die Oslo Summer Opera, die er bis 1992 leitete. Aus dieser ursprünglich losen Vereinigung norwegischer Künstler entwickelte sich schließlich ein jährliches zehntägiges Festival mit Auftritten von Francisco Araiza, Edith Mathis, Delores Ziegler, Lucia Popp und anderen namhaften Sängern. Im Rahmen des Festivals inszenierte Hansen die norwegischen Erstaufführungen von Benjamin Brittens „A Midsummer Night’s Dream“, Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ sowie W. A. Mozarts „Don Giovanni“, „Cosí fan tutte“ und „La clemenza di Tito“.
2011 ernannte ihn der norwegische Kulturminister zum Juryvorsitzenden des International Ibsen Award, eine Position, die er bis 2018 innehatte. Zudem war Hansen Vorstandsmitglied von Dacapo Records (Edition S), einem vom dänischen Kulturministerium unterstützten Label für klassische und zeitgenössische Musik. Er wirkte in den Jurys mehrerer Wettbewerbe mit, darunter BBC Cardiff Singer of the World, der Ring Award für Opernregie, der Vinceró Opera Singing Competition und der Opera Crown Competition in Tiflis.
Nach seinem Theaterstudium an der Universität Oslo vertiefte er seine Ausbildung in der Opernregie unter der Leitung von Professor Dieter Bülter-Marell an der Folkwang Hochschule in Essen, wo er 1983 seinen Abschluss machte.