Boris Ignatov wurde in Moskau geboren. Nach dem Studium der Klassischen Philologie und der Theaterwissenschaften arbeitete er als Musikjournalist für die Zeitung „Moscow News“ und den Radiosender „Echo Moskaus“ sowie als Redakteur für das Magazin des Bolschoi-Theaters.
2007 wechselte er auf Einladung des damaligen Direktors der Pariser Oper Gerard Mortier in sein Team als Produktions- und später als Casting-Assistent. Mit Beginn der Spielzeit 2009/10 begann er eine zweijährige Tätigkeit als Casting-Manager an der Flämischen Oper in Antwerpen und Gent.
2012 wurde Boris Ignatov Castingchef des Madrider Opernhauses Teatro Real unter der künstlerischen Leitung von Gerard Mortier. 2015 bis 2017 war er als Künstlerischer Betriebsdirektor und Casting-Direktor bei der RuhrTriennale unter der Leitung von Johan Simons tätig. Boris Ignatov verantwortete Besetzungen für namhafte Dirigenten wie Semyon Bychkov, Teodor Currentzis, Sylvain Cambreling, Ivor Bolton, Thomas Hengelbrock, Tomáš Hanus, Alberto Zedda, Leif Segerstam, Dennis Russell Davies, Pablo Heras-Casado, Hartmut Haenchen und René Jacobs. Ebensolche Zusammenarbeit verbindet ihn mit den Komponisten Christian Jost, Charles Wuorinen, Mauricio Sotelo und Alberto Posadas sowie den Regisseuren Christoph Marthaler, Krzysztof Warlikowski, Dmitri Tcherniakov, Peter Sellars, Johan Simons, Ivo van Hove, Pierre Audi, Tatjana Gürbaca, Peter Konwitschny, Nigel Lowery und Martin Kušej.
Ab der Spielzeit 2018-2019 ist Boris Ignatov Casting Direktor der Staatsoper Stuttgart.
Das sagt er über DEBUT:
„Ich finde DEBUT besonders, weil man als Jurymitglied die seltene Gelegenheit hat, die Sängerinnen und Sänger über einen längeren Zeitraum und in sehr unterschiedlichem Repertoire kennenzulernen – von Oper über Lied bis hin zu zeitgenössischer Musik. In den meisten Wettbewerben werden nur zwei bis fünf Glanzstücke präsentiert, was wenig darüber aussagt, wie eine Rolle wirklich gestaltet wird. Bei DEBUT hat man dagegen viele Möglichkeiten, sich ein fundiertes Bild von der künstlerischen Kompetenz und Vielseitigkeit der Teilnehmenden zu machen.“