Prof. Dr. Stephan Mösch
lehrt Ästhetik, Geschichte und Künstlerische Praxis des Musiktheaters an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, Autor im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verfasst regelmäßig Beiträge für Rundfunkanstalten der ARD. Als Jurymitglied wirkt er bei zahlreichen Wettbewerben für Gesang, Regie und Bühnengestaltung sowie beim Preis der deutschen Schallplattenkritik.
An der HfM Karlsruhe hat er das auf fünf Jahre angelegte Projekt »RIWA 26« initiiert (2021-2026), das auf das 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele zuläuft und sich an der Schnittstelle von wissenschaftlicher und künstlerischer Forschung bewegt (im Netz: riwa26.de).
Stephan Mösch promovierte an der TU Berlin mit einer Studie über Boris Blacher. Seine Habilitationsschrift Weihe, Werkstatt, Wirklichkeit. Wagners ›Parsifal‹ in Bayreuth 1882–1933 wurde mehrfach ausgezeichnet und erscheint 2026 in dritter Auflage. Als Hochschullehrer im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich gehörte er zur ersten Faculty des Studiengangs »Executive Master in Arts Administration an der Universität Zürich. Er unterrichtete außerdem an den Universitäten in Berlin (UdK), Graz (KUG), Marburg und Wien sowie bei den den Weimarer Meisterkursen, an der Korean National University of Arts in Seoul und am Conservatory of Music in Shanghai. Von 1994 bis 2013 war er Chefredakteur der Fachzeitschrift Opernwelt (Berlin) und berichtete von Uraufführungen, Festivals und Neuproduktionen auf fünf Kontinenten. Sein Buch Bayreuth als Theater. Auf dem Weg zu einer Festspielgeschichte erscheint im Frühjahr 2026 bei Bärenreiter/Metzler.
Weitere Buchveröffentlichungen u.a.: Komponieren für Stimme. Von Monteverdi bis Rihm (22018); »Es gibt nichts Ewiges«. Wieland Wagner: Ästhetik, Zeitgeschichte, Wirkung (2019); »Weil jede Note zählt«. Mozart interpretieren. Gespräche und Essays (2020); Wieviel Mozart braucht der Mensch? Musik im Wertewandel (2022).
Das sagt er über DEBUT:
"Beim Debut-Wettbewerb setzt sich die Jury wirklich mit den gebotenen Leistungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auseinander und diskutiert offen darüber. Das macht den Wettbewerb auch für die Mitglieder der Jury zu einem spannenden Prozess. Es geht um Argumente, nicht nur um Meinungen. Bei anderen Wettbewerben steckt man als Jurymitglied anonym einen Zettel mit Zahlen in eine Wahlurne, und am Ende entscheidet die Mathematik. Da möchte ich inzwischen nicht mehr mitwirken. Bei Debut dagegen sehr gerne.
Auch, weil die zeitgenössische Musik bei diesem Wettbewerb eine zentrale Rolle spielt. Jede junge Sängerin, jeder junge Sänger sollte sich mit der Musik von heute auseinandersetzen. Es ist die Musik ihrer Zeit. Daran reift man. Debut fordert das und hilft den Teilnehmerinnen und Teilnehmern damit, sich ein stückweit selbst zu entdecken. Mit ein paar Standard-Arien kommt man hier nicht durch, und das ist gut so.
Clarry Bartha hat den Wettbewerb auf diese Weise inhaltlich vielfältig aufgestellt und mit künstlerischen Ansprüchen verknüpft, die in der Theater- und Konzertpraxis verlangt werden. Debut ist keine Parade einfach nur schöner Stimmen, kein Schaulauf der Eitelkeiten, sondern Ansporn für Persönlichkeiten der kommenden Generation, die künstlerisch etwas zu sagen haben."